Tarifvertrag papiererzeugende industrie nordrhein

Trotz erheblicher struktureller Veränderungen und jahrelangen unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums bleibt das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit einem regionalen BIP von 693,3 Mrd. € im Jahr 2017 eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Europas (Eurostat, 2019). 2016 entfielen auf das Land NRW 21 Prozent des deutschen BIP, das seinen Status als wirtschaftlich stärkste Region des Landes behauptete (Eurostat, 2019). Beim Pro-Kopf-BIP (35.600 Euro in KKS) gehört Nordrhein-Westfalen jedoch zu den wirtschaftlich eher schwachen Bundesländern Westdeutschlands, und das Pro-Kopf-BIP liegt leicht unter dem nationalen Niveau (36.400 Euro, 2017) (Eurostat, 2019). Nordrhein-Westfalen ist eine der größten Exportregionen in Deutschland. 2018 exportierte sie umgerechnet 196,2 Mrd. EUR, was 14,9 % der deutschen Gesamtausfuhren entspricht (Statistisches Bundesamt, 2019). Sie ist die zweitgrößte deutsche Exportregion vor Bayern (14,5%) und hinter Baden-Württemberg (15,4%) (Statistisches Bundesamt, 2019). Die Gesamtarbeitslosenquote erreichte 2018 3,8 %, ein deutlicher Rückgang von 5,6 % im Jahr 2014 von 32,1 %.

Diese Quote liegt leicht über dem nationalen Durchschnitt (3,4 % im Jahr 2018) (Eurostat, 2019). Im Jahr 2018 beliefsicht sich die regionale Erwerbsbevölkerung auf 9 Mio. (Eurostat, 2019). Im Jahr 2017 waren die meisten Beschäftigten im Dienstleistungssektor beschäftigt (73,9%), während 25,4 % in der Industrie und im Baugewerbe und nur 0,7 % im Agrarsektor arbeiteten (Eurostat, 2019). Im Vergleich zum landesdurchschnitt zeigen diese Zahlen eine dienstleistungsorientierte Wirtschaft der Region (71,4%/27,4%/1,2%). mit unterdurchschnittlichen Anteilen an Landwirtschaft, Industrie und Baugewerbe (Eurostat, 2019). In der Industrie sind die führenden Branchen der Maschinenbau (203.300 Mitarbeiter) und die Chemie (94.500 Beschäftigte, ohne Pharmaindustrie), gefolgt von der Lebensmittelindustrie, Metallproduktion und -verarbeitung, Automobil, Metall, Elektrotechnik und Elektronik, Gummi und Kunststoff sowie Glas, Keramik und nichtmetallischen Materialien (Quelle NRW Invest, 2016, aber Daten beziehen sich auf die Beschäftigung im Jahr 2015). Die Dominanz des Dienstleistungssektors in dieser hochindustrialisierten Region erklärt sich aus dem hohen Dienstleistungsvolumen (B2B). Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen basiert überwiegend auf KMU. Das Land zählt 747.000 KMU, die etwa 80 % der Erwerbsbevölkerung mit Arbeit versorgen (NRW Invest, 2016).

18 der 50 größten deutschen Unternehmen haben ihren Sitz in NRW (z.B. Bayer, Bertelsmann, Deutsche Post, Deutsche Telekom, E.ON, Henkel, Metro, RWE und ThyssenKrupp) (NRW Invest, 2016).